Erkrankungen

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Sie leiden unter Schmerzen und unangenehmen Begleiterscheinungen wie Jucken, Entzündungen, Blutungen; jeden Tag wieder, in zunehmendem Maße. Aber sie sprechen nicht darüber. Denn Hämorrhoiden- und Enddarmbeschwerden gehören offenbar zu den letzten Tabus. Zum Unaussprechlichen. Ganz unnötigerweise. Denn jeder zweite Mensch hierzulande ist betroffen. Wenn Sie dazu gehören: Wir helfen Ihnen Schlimmes zu lindern und Schlimmeres zu verhindern; in den meisten Fällen ohne Operation, schnell und vollkommen schmerzlos. Aber in jedem Fall mit viel Erfahrung, mit Gefühl für Ihre Situation und der richtigen Diagnose – wobei wir schulmedzinische genauso wie naturheilkundliche Lösungen in Betracht ziehen.

Anatomie, Funktion

Die letzten 15 cm des etwa 1,20 m langen Dickdarmes bezeichnet man als Enddarm. Zahlreiche komplizierte Strukturen und Nervenverbindungen sorgen hier dafür, dass wir den Stuhlgang sicher kontrollieren und entleeren können. Im oberen Teil des Enddarmes wird der Stuhl gesammelt und bis zur nächsten Entleerung aufbewahrt. Den Abschluss bildet der Analkanal, welcher für den sicheren Verschluss sorgt. Zwei ringförmige Muskelmanschetten, der innere und äußere Schließmuskel, garantieren die Kontrolle des fest geformten Stuhlganges. Flüssiger Stuhl und Winde werden durch die weichen Polster der Hämorrhoiden zurückgehalten. Hämorrhoiden besitzt also jeder Mensch als wichtiges Organ des Feinverschlusses. Nur wenn sie sich krankhaft erweitern, spricht man vom Hämorrhoidalleiden. Der hochempfindliche Analkanal lässt uns zwischen Gasen, flüssigem und festem Stuhl unterscheiden. Die Afterrandvenen haben keine Funktion; sie können sich aber zur Analthrombose krankhaft erweitern.

Hämorrhoidalleiden

Beim Hämorrhoidalleiden vergrößern sich die Hämorrhoiden krankhaft am Übergang vom Enddarm zum Afterkanal. Sie bleiben oft lange Zeit unentdeckt, sind aber die häufigste Ursache von Afterjucken, Entzündungen, Blutungen oder Verschmutzung der Wäsche.
Je nach Art der Vergrößerung teilt man das Hämorrhoidalleiden in 4 Stadien ein. Im 1. Stadium sind die Hämorrhoiden schon vergrößert treten aber noch nicht durch den Analkanal nach außen. Im 2. Stadium fallen sie während der Stuhlentleerung etwas hervor, ziehen sich aber sofort wieder zurück. Im 3. Stadium müssen die Hämorrhoiden schon aktiv mit dem Finger zurückgedrückt werden. Im 4. Stadium gelingt dieses nicht mehr. Nur selten muss operiert werden.
Meist hilft eine mehrmalige Verödung (Sklerosierung) oder das Abbinden mit kleinen Gummiringen (Ligatur).
Ihr Enddarmspezialist kann diese Behandlung schmerzlos durchführen. Nur vorübergehend lässt sich das Hämorrhoidalleiden mit Cremes oder Analtampons (Zäpfchen mit Mulleinlage) lindern.

Analekzeme

Die Ursachen des Analekzems (Hautausschlag) sind fast immer vergrößerte Hämorrhoiden. Da ihr Feinverschluss nicht mehr funktioniert, ist die Afterhaut ständig feucht, und es kommt zu juckenden und brennenden Hautentzündungen. Entscheidend ist also die Beseitigung des Hämorrhoidalleidens. Unterstützend können eine sinnvolle Analhygiene unter Vermeidung von Seifen, aber auch Sitzbäder oder Cremes als zusätzliche Behandlungsmaßnahmen eingesetzt werden. Gelegentlich müssen Allergien mit Hauttests als Krankheitsursache ausgeschlossen werden. Selten können spezielle Hautkrankheiten, wie z.B. die Schuppenflechte (Psoriasis), eine Ursache sein.

Analthrombosen

Analthrombosen (fälschlich „äußere Hämorrhoiden“) sind schmerzhafte Knoten am Afterrand, die durch Blutgerinnsel in den Afterrandvenen entstehen. Sie können in örtlicher Betäubung entfernt werden. In leichteren Fällen helfen auch spezielle Zäpfchen und Cremes. Häufig finden sich vergrößerte innereHämorrhoiden als Ursache dieser Erkrankung.

Analfissuren

Bei einer Analfissur (Afterriss) treten während und nach der Stuhlentleerung heftige Schmerzen auf, die über Stunden anhalten können. Im akuten Stadium kann eine solche Fissur mit Analtampons und Cremes ausheilen. Wird der Riss jedoch chronisch und vernarbt, muss die Analfissur operiert werden, was in der Regel unter örtlicher Betäubung ambulant möglich ist. Bei Nichtbehandlung besteht die Gefahr der Ausbildung einerAnalfistel mit teilweiser Zerstörung des Schließmuskels.

Analfisteln

Analfisteln sind Eitergänge zwischen dem Analkanal und der Afterumgebung. Aus der äußeren Fistelöffnung sondert sich oft schmerzhaft immer wieder eitriges Sekret ab. Analfisteln bleiben zurück, wenn sich ein Abszess eröffnet hat oder chirurgisch ausgeräumt wurde. Fisteln können flach unter der Haut des Analkanals aber auch tief durch die Schließmuskeln verlaufen. Zur Erlangung einer endgültigen Beschwerdefreiheit müssen sie sorgfältig chirurgisch entfernt werden.

Analabszesse

Der Abszess ist eine abgekapselte, eitrige Entzündung außen neben der Afteröffnung. Meist beginnt diese innen unterhalb der Hämorrhoiden im Schließmuskel und führt letztendlich zu einer schmerzhaften Schwellung am Afterrand. Einem Analabszess liegt in der Regel eine Analfistel zugrunde, durch welche die Entzündung von innen nach außen gelangt ist. Der Abszess ist umgehend zu eröffnen, damit der Eiter abfließen kann. Die akuten Schmerzen sind damit zunächst vorbei. Nur wenn danach die Fistel gefunden und fachgerecht operiert wird, ist die Entzündung vollständig beseitigt. Andernfalls kommt es immer wieder zu erneuten Abszessen und damit zu weiteren Schließmuskelschäden.

Inkontinenz

Stuhlinkontinenz ist ein häufiges und stark tabuisiertes Leiden. Die Ursachen können sehr vielschichtig sein. Muskelschwäche des Beckenbodens und der Schließmuskeln, Nervenerkrankungen und Verletzungen durch z.B. Geburten, sowie Stoffwechselerkrankungen liegen ursächlich zugrunde. Verschiedene Schweregrade werden nach dem Vermögen eingeteilt, Winde, flüssigen Stuhl oder festen Stuhl halten zu können. Die Betroffenen sind in ihrem normalem Leben stark eingeschränkt, da sie ständig Geruchsbelästigung oder gar Stuhlabgänge befürchten müssen. Aufgrund der Peinlichkeit vertrauen sie sich aber oft lange Zeit Niemandem an.
Dabei ist diese Erkrankung in der Hand des proktologisch erfahrenen Arztes durchaus entscheidend zu lindern oder in vielen Fällen sogar zu heilen. Moderne Therapiemöglichkeiten wie z.B. Elektrostimulation und Biofeedback – Training stehen in spezialisierten Behandlungseinrichtungen zur Verfügung. Des Weiteren gibt es verschiedene operative Verfahren zur Behandlung der Stuhlinkontinenz.
Keinesfalls sollte dieses Leiden heute schicksalhaft hingenommen werden, da den meisten Patienten durch fachgerechte Behandlung wieder ein normales Leben ermöglicht werden kann.

Darmkrebs

Darmkrebs tritt in den verschiedenen Abschnitten des Dickdarmes unterschiedlich häufig auf. Unbehandelt führt er innerhalb weniger Jahre zum Tode. Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland etwa 50.000 Menschen neu an dieser bösartigen Krankheit, welche damit an zweiter Stelle aller Krebserkrankungen steht. Etwa 60% dieser Patienten sterben in den darauf folgenden Jahren an ihrer Erkrankung. Dabei ist diese extrem hohe Erkrankungsrate nicht schicksalhaft und unvermeidbar! Der Darmkrebs entsteht nicht wie andere Krebsgeschwülste sofort, sondern erst nach langer Zeit aus seinen Vorstufen, den gutartigen Dickdarmpolypen, welche viele Jahre zuvor unbemerkt im Darm wachsen. Die Polypen werden nicht bemerkt, da die Darminnenwand, auf der sie wachsen, keine Schmerznerven besitzt. Erst wenn der aus ihnen gewachsene Dickdarmkrebs durch die Darmwand bricht, entstehen Schmerzen. Leider ist es dann in vielen Fällen aber schon zu spät und der Patient ist nicht mehr vollständig zu heilen. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, die noch gutartigen Darmpolypen mittels regelmäßiger Vorsorge rechtzeitig zu finden. Das ist am sichersten möglich, wenn man in den Darm hineinsieht also eine Darmspiegelung durchführt. Gutartige Polypen können mit der Darmspiegelung meistens ambulant ohne Betäubung entfernt werden, während der Dickdarmkrebs eine stationäre Operation in Vollnarkose erfordert.