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Sind vergrößerte Hämorrhoiden mit Salben und Zäpfchen zu heilen?

Salben und Zäpfchen können lediglich betäubend, entzündungshemmend und abschwellend wirken. Die Verkleinerung der krankhaft vergrößerten Hämorrhoiden und damit eine ursächliche Heilung ist nicht möglich.

Wie behandelt der Arzt Hämorrhoiden?

Die Art der Behandlung richtet sich nach der Größe der Hämorrhoiden. Bei Hämorrhoiden ersten Grades (nur mit dem Proktoskop zu erkennen) ist die Verödung (Sklerosierung) die effektivste Behandlung. Ein Medikament wird tropfenweise in oder über die vergrößerten Hämorrhoidalpolster gespritzt. Diese schrumpfen nach einigen wenigen Behandlungen auf ihre ursprüngliche Größe und die Beschwerden gehen rasch zurück. Bei entsprechender Erfahrung des Arztes ist die Verödung völlig schmerzfrei und ungefährlich. Hämorrhoiden zweiten Grades, welche beim Stuhlgang hervortreten danach aber wieder von allein in den Afterkanal zurückrutschen, werden ebenfalls verödet oder mit einem kleinen Gummiring wirkungsvoll abgebunden (Ligaturmethode). Auch diese Gummibandligatur kann völlig schmerzfrei und ambulant durchgeführt werden. Die seltener auftretenden dritt- oder gar viertgradigen Hämorrhoiden, welche längerfristig oder gänzlich heraustreten, müssen meist operativ beseitigt werden.

Können Hämorrhoiden zu Krebs werden?

Hämorrhoiden entarten nicht. Allerdings werden Beschwerden, die frühzeitig auf das Entstehen einer bösartigen Darmerkrankung hinweisen, häufig als Hämorrhoiden fehlgedeutet. Die Früherkennung und mögliche Heilung von Darmkrebs wird dadurch leider viel zu oft verhindert.

Ist das Hämorrhoidalleiden eine häufige Erkrankung?

Vergrößerte Hämorrhoiden und andere Enddarmleiden sind außerordentlich weit verbreitet. In Mitteleuropa leidet wohl jeder zweite Erwachsene früher oder später unter Beschwerden des Enddarmes. Oft werden die Beschwerden über einen langen Zeitraum verschwiegen. Aus falscher Scham wird der Arzt nicht oder erst nach einer langen Leidenszeit aufgesucht.

Kommen Hämorrhoiden wieder?

Da die krankhafte Vergrößerung der Hämorrhoiden hauptsächlich auf eine oft vererbte Bindegewebsschwäche zurückzuführen ist, vergrößern sich einmal behandelte Hämorrhoiden im Laufe einiger Jahre wieder. Gerade die sehr häufig vorkommende Stuhlverstopfung (Obstipation) begünstigt aufgrund des ständigen Pressens das rasche Wiederauftreten eines Hämorrhoidalleidens.

Ist es besser, Hämorrhoiden zu operieren oder zu veröden?

Aufgrund ihrer wichtigen Feinverschlussfunktion werden bei einer Operation nur die heraustretenden Hämorrhoiden entfernt, welche den Verschluss des Afters nicht mehr gewährleisten können. Da bei ausgeprägter Bindegewebsschwäche ein Nachwachsen der noch vorhandenen und ja auch benötigten Hämorrhoiden vorprogrammiert ist, sollte nicht wieder das Heraustreten der Schwellpolster mit dann folgender Operation abgewartet werden. Durch zu häufige oder zu ausgedehnte Operationen wird zwangsläufig der Verschluss des Afters geschädigt, so dass nicht mehr zu behebendes Schmieren und Nässen auftreten kann. Besser ist es, die Hämorrhoiden in frühen Stadien zu erkennen und dann schonend mit konservativen Methoden wie der Verödung zu behandeln. Leider wird allzu häufig zu lange abgewartet bis die Hämorrhoiden heraustreten und dann nur noch operativ beseitigt werden können. Danach sollte aber unbedingt eine Wiedervergrößerung der Hämorrhoiden durch frühzeitige proktologische Untersuchungen erkannt werden.

Wie werden Hämorrhoiden operiert und welche Risiken gibt es?

Eine Operation ist je nach Schweregrad nur dann zu empfehlen, wenn konservative Behandlungsmethoden wie z.B. Verödungen keinen Erfolg versprechen. Einzelne Hämorrhoiden können ambulant in Teilbetäubung (Lokalanästhesie) operiert, ausgedehnte Hämorrhoidalknoten müssen in Vollnarkose auch ambulant entfernt werden. Um später ungewollten Stuhl- und Windabgang (lnkontinenz) zu verhindern, sind für ausgeprägte Vorfälle besondere plastische Operationsverfahren mit Wiederherstellung des sensiblen Afterkanales entwickelt worden. Spätfolgen, wie etwa Schließmuskelschäden, sollten zu den extrem seltenen Ausnahmen gehören und treten bei fachgerechter Operation praktisch nicht auf.

Tut die Verödung von Hämorrhoiden weh?

Da die Hämorrhoidalpolster oberhalb des sensiblen Afterkanales schon im schmerzunempfindlichen Enddarm sitzen, kann eine fachgerechte Verödung nicht schmerzen. Nur selten befinden sich Nerven in untypischer Weise im Hämorrhoidalbereich. Ständig während und nach der Verödung auftretende Schmerzen weisen in der Regel auf nicht fachgerechte Behandlung hin.

Entstehen durch die Verödung von Hämorrhoiden Narben?

Die fachgerechte Verödung verursacht eine leichte Entzündung des hämorrhoidalen Bindegewebes und bewirkt dadurch eine elastische Straffung. Da es nicht wie bei Operation oder Gummiringligatur zur Verletzung des Gewebes kommt, können auch keine Narben entstehen.

Kann ich bei Blut sicher sein, dass Hämorrhoiden die Ursache sind?

Bei Blutungen, aber auch bei Schleimabsonderung und Stuhlunregelmäßigkeiten sollte man einen Arzt umgehend aufsuchen. Oft sind Hämorrhoiden Ursache für die Beschwerden, jedoch können lebensbedrohliche Erkrankungen wie z.B. Darmkrebs dahinter stecken. Gerade diese gilt es rechtzeitig zu erkennen, da nur dann eine Heilung möglich ist. Eines steht fest: Ursachen für Enddarmbeschwerden kann nur der Arzt feststellen und eine gezielte Behandlung rechtzeitig veranlassen. Ein Hämorrhoidalleiden liegt nur dann vor und sollte erst dann behandelt werden, wenn andere Krankheiten ausgeschlossen wurden!

Kann ich mir bei Hämorrhoiden-Beschwerden selbst helfen?

Durch Hämorrhoidensalben, Zäpfchen und Sitzbäder lassen sich die Beschwerden nur kurzzeitig lindern. Fast immer treten sie nach einiger Zeit wieder auf. Wichtig ist die rechtzeitige Vorstellung beim Arzt! Vorbeugend und zur Unterstützung der fachärztlichen Behandlung ist ballastreiche Ernährung (z. B. Obst, Gemüse, Vollkornerzeugnisse, Weizenkleie) empfehlenswert sowie ausreichend Flüssigkeit (möglichst 2 Liter tgl.). Achten Sie auf eine Stuhlentleerung ohne Pressen, verzichten Sie unbedingt auf Abführmittel, treiben Sie Bewegungsport. Hilfreich ist eine sorgfältige Analhygiene mit lauwarmem Wasser ohne Zusätze und anschließendem Trockentupfen ohne Reiben. Statt der handelsüblichen Feuchttücher sind zur Feuchtreinigung eher Baby Öltücher zu empfehlen.

Wann muss der Arzt aufgesucht werden?

Wenn die Beschwerden trotz Selbstbehandlung nicht rasch abklingen – spätestens nach 2 Wochen. Bei Blutungen, Schleimabsonderung und Stuhlunregelmäßigkeiten sollte man einen Arzt umgehend aufsuchen. Meist sind Hämorrhoiden Ursache für die Beschwerden, jedoch können lebensbedrohliche Erkrankungen dahinter stecken. Eines steht fest: Ursachen für Enddarmbeschwerden kann nur der Arzt feststellen – und eine Behandlung rechtzeitig einleiten. Ein Hämorrhoidalleiden liegt erst dann vor, wenn andere Krankheiten ausgeschlossen wurden.

Sind die Untersuchungen schmerzhaft?

Der Proktologe wird zunächst ausführlich mit Ihnen über Ihre Beschwerden sprechen und daraus schon wichtige Schlüsse ziehen können. Notwendige proktologische Untersuchungen sind bei entsprechender Erfahrung des Arztes lediglich ungewohnt und selten schmerzhaft. Die Austastung mit dem Finger ist äußerst wichtig und nicht belastend. Sie gibt bereits entscheidende Informationen über Art und Ausmaß einer Erkrankung wie z.B. Endarmtumore, Schließmuskelschwäche, Afterrisse u.a.. Bei der Afterspiegelung (Proktoskopie) wird der Analkanal mit einem kleinen Rohr inspiziert. Nur hierdurch können Hämorrhoiden und ihre Vergrößerung beurteilt werden. Mit dem Finger oder dem starren Mastdarm – Spiegelinstrument (Rektoskop) sind sie nicht feststellbar, da sie sich elastisch zur Seite drücken. Die Mastdarmspiegelung (Rektoskopie) gewährt Einsicht in den unteren Dickdarm. Mit ihr werden Entzündungen, Polypen oder auch Krebs ausgeschlossen. Manchmal müssen die höheren Darmabschnitte mit einem biegsamen Instrument, dem Coloskop, inspiziert werden. Auch diese Untersuchung erfolgt in der Regel ambulant. Bei Bedarf können bei allen Spiegelungen Gewebeproben entnommen werden (Biopsie). Bei vorsichtiger Anwendung tut die Coloskopie der unteren Hälfte des etwa 120 cm langen Dickdarmes keineswegs weh. Muss der gesamte Dickdarm gespiegelt werden, so kann dieses in einem Kurzschlaf geschehen.

Wann lassen sich vergrößerte Hämorrhoiden am besten behandeln?

Am einfachsten und schonendsten werden Hämorrhoiden im 1. Stadium, wenn sie noch nicht aus dem After heraustreten, mit Verödung behandelt. Meistens lässt sich auch das 2. Stadium, wenn die Hämorrhoiden nur leicht und für kurze Zeit austreten, mit Verödungen von sachkundiger Hand wieder in den Normalzustand zurückführen. Mit dieser Behandlungsmethode und in diesen beiden Stadien ist es noch möglich, den elastischen Feinverschluss der Hämorrhoiden wieder unbeschadet herzustellen.

Welche Ursache können Verdauungsbeschwerden wie z.B. Blähungen und Durchfällen haben?

Die Ursachen können sehr vielschichtig sein und reichen von entzündlichen Darmerkrankungen wie z.B. Morbus Crohn über funktionelle Störungen wie z.B. Fettverdauungsschwäche, Zuckerunverträglichkeiten (Lactose, Fructose, Sorbit) über Allergien wie z.B. latente Sprue bis hin zu Störungen der Bakterienflora und dem so genannten Reizdarm Syndrom.

Welche Untersuchungen sind notwendig, um die Ursache für Verdauungsbeschwerden zu finden?

Je nach Art der Beschwerden kommen zunächst nicht belastende (so genannte nicht invasive) Verfahren wie Stuhluntersuchungen und Atemteste auf Zuckerunverträglichkeiten in Frage. Bei weitergehenden Verdachtsmomenten ist aber auch immer die Darmspiegelung (Koloskopie) zu erwägen!

Wie können Verdauungsbeschwerden behandelt werden?

Je nach gefundener ursächlicher Erkrankung oder Störung reichen die Behandlungsmöglichkeiten von medikamentöser Therapie bei Entzündungen über Einnahme von Enzym- oder Bakterienpräparaten oder Diätmaßnahmen bei funktionellen Störungen bis hin zu naturheilkundlicher Behandlung wie z.B. Colon Hydrotherapie.

Kann ich durch die Instrumente mit Hepatitis oder Aids angesteckt werden?

Alle Instrumente, die aus Metall hergestellt sind, werden nach der chemischen Desinfektion noch mit Hitze sterilisiert. Viren und Bakterien können dann auf den Instrumenten nicht mehr vorhanden sein, so dass hierdurch eine Ansteckung ausgeschlossen ist. Anders verhält es sich bei den Coloskopen, welche aus nicht hitzebeständigen Materialien gefertigt sind. Sie werden daher besonders sorgfältig in mehreren Schritten chemisch desinfiziert. Weil auch bei sehr gründlicher Reinigung und Desinfektion ein wenn auch nur geringes Verunreinigungsrisiko bestehen könnte, werden die Coloskope in unserer Praxis in regelmäßigen Abständen einer Sterilkontrolle unterzogen. Zu diesem Zweck werden Proben von den Instrumenten in einem unabhängigen Labor bakteriologisch untersucht. Weiterhin ist es wichtig zu wissen, dass Hepatitis- und Aidsviren besonders empfindlich sind und viel schneller als Bakterien durch Desinfektionsmittel vernichtet werden.

Was kosten mich Untersuchung und Behandlung, wenn ich nicht privat versichert bin und selbst bezahle?

Der Umfang der Untersuchungen und die daraufhin notwendigen Behandlungen richten sich natürlich immer nach der individuellen Art und Ausprägung der Erkrankung, welche sehr unterschiedlich sein kann. Die Kosten berechnen sich nach der gültigen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Eine proktologische Erstuntersuchung mit Beratung und Planung der notwendigen Behandlungsmaßnahmen kostet etwa 100,- bis 120,- Euro. Die Benennung der voraussichtlichen weiteren Behandlungskosten ist dann möglich. Die Behandlung beispielsweise der Hämorrhoiden mittels Verödung kostet etwa 50,- bis 60,- Euro pro Sitzung. Für die Darm Vorsorgechecks ( Basis und Maximal Check ) betragen die Kosten nach GOÄ je nach Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand der Untersuchung für den Basis Check etwa 120,- bis 150,- Euro und für den Maximal Check etwa 400,- bis 540,- Euro.